Penisprothese (Penisimplantat) — Operation
Eine dauerhafte Lösung bei Erektionsproblemen, die auf Medikamente und andere Behandlungen nicht ansprechen, mit einem im Penis platzierten Implantat.
Zuletzt medizinisch geprüft: 4. Oktober 2026 — Assoc. Prof. Dr. Müslüm Ergün
Private Online-Beratung
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- Eingriffsdauer
- 60–90 Minuten
- Anästhesie
- Vollnarkose oder Spinalanästhesie
- Krankenhausaufenthalt
- 1 Nacht
- Aufenthalt in der Türkei
- 7–10 Tage
- Katheterdauer
- 1 Tag
- Rückkehr zur Arbeit
- 1–2 Wochen (Bürotätigkeit)
- Flugfreigabe
- Tag 7–10
Über den Zustand
Erektile Dysfunktion ist die Unfähigkeit, eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder zu halten. Die Behandlung folgt einem Stufenschema: zunächst Lebensstil und gegebenenfalls hormonelle Anpassung, dann orale Medikamente (PDE5-Hemmer), anschließend Schwellkörperinjektion oder Vakuumpumpe.
Die Penisprothese ist die chirurgische Lösung, wenn diese Stufen kein ausreichendes Ergebnis bringen. In das für die Erektion zuständige Schwellkörpergewebe (Corpus cavernosum) werden Zylinder eingesetzt, die die Steifigkeit erzeugen. Das Implantat liefert eine Steifigkeit, die der Patient selbst steuert und jederzeit nutzen kann.
EINE WICHTIGE UND DAUERHAFTE ENTSCHEIDUNG: Das Einsetzen einer Prothese ist nicht umkehrbar. Beim klassischen Verfahren wird der Schwellkörper mit Metalldilatatoren seriell aufgedehnt; dabei wird das für die Erektion zuständige Gewebe erheblich geschädigt, und eine natürliche, spontane Erektion ist danach nicht zu erwarten. Auch nach Entfernung der Prothese lässt sich der vorherige Zustand nicht wiederherstellen.
In den letzten Jahren hat sich hier eine Unterscheidung herausgebildet. Gewebeschonende (cavernous-sparing) Verfahren zielen darauf, Schwellkörpergewebe und Arterie bei der Aufdehnung so weit wie möglich zu erhalten. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse aus dem Jahr 2026 berichtete, dass bei gewebeschonend operierten Patienten der Erhalt der Schwellkörperarterie und eine postoperative Teiltumeszenz (Resttumeszenz) deutlich häufiger auftraten als nach klassischer serieller Dilatation, während die Komplikationsraten zwischen beiden Techniken statistisch vergleichbar waren. Diese Evidenz stützt sich auf 4 randomisierte Studien mit insgesamt 193 Patienten; sie ist also vielversprechend, die Patientenzahl bleibt jedoch begrenzt.
Dieser Befund bedeutet NICHT, dass Sie nach dem Einsetzen einer Prothese ohne das Implantat eine für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion haben werden. Erhalten bleiben Teiltumeszenz und Gefäßfunktion; die Steifigkeit liefert weiterhin die Prothese. Die Entscheidung bleibt dauerhaft. Deshalb wird eine Penisprothese erst empfohlen, wenn die übrigen Behandlungsoptionen wirklich ausgeschöpft und die Erwartungen ausführlich besprochen wurden.
Es gibt zwei Grundtypen. Bei der dreiteiligen aufblasbaren Prothese gehören zu den Zylindern eine kleine Pumpe im Hodensack und ein Flüssigkeitsreservoir im Bauchraum; durch Drücken der Pumpe entsteht die Steifigkeit, danach fließt die Flüssigkeit zurück und der Penis wird wieder weich. Beim biegsamen (malleablen) Implantat bleibt der Penis dauerhaft halbsteif und wird von Hand positioniert.
Die Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie halten fest, dass die Penisprothesenchirurgie bei geeignet ausgewählten Patienten eine Behandlung mit hoch berichteter Zufriedenheit von Patient und Partnerin ist. Der stärkste Faktor für diese Zufriedenheit ist ein vorab korrekt geführtes Erwartungsgespräch.
AQUADISSEKTION (FLÜSSIGKEITSGESTÜTZTE DISSEKTION): Dies ist eine Anwendungsform des oben beschriebenen gewebeschonenden Vorgehens. Statt das Innere des Schwellkörpers mechanisch mit Metalldilatatoren aufzuweiten, werden die Gewebeschichten durch unter Druck eingebrachte Flüssigkeit getrennt. Ziel ist es, die mechanische Belastung von Schwellkörpergewebe, Tunica und Harnröhre während der Aufdehnung zu verringern. In unserer Klinik wird diese Technik bei ausgewählten, nach Beurteilung geeigneten Fällen eingesetzt; sie wird nicht routinemäßig bei jedem Patienten angewandt.
Besonders sinnvoll kann die Aquadissektion sein, wenn das Schwellkörpergewebe verhärtet und verengt (fibrotisch) ist: nach langanhaltendem Priapismus, nach Entfernung einer zuvor eingesetzten Prothese wegen Infektion oder bei fortgeschrittener Induratio penis plastica. In diesen Fällen ist die mechanische Aufdehnung technisch schwierig und das Verletzungsrisiko steigt.
Für wen ist es geeignet?
Kann geeignet sein
- Anhaltende Erektionsprobleme, bei denen Medikamente, Injektion und Vakuumpumpe ohne ausreichendes Ergebnis versucht wurden
- Therapieresistente erektile Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie oder Beckenchirurgie
- Fortgeschrittene vaskuläre erektile Dysfunktion bei Diabetes
- Induratio penis plastica mit begleitender erektiler Dysfunktion
- Für ein aufblasbares Implantat: ausreichende Handgeschicklichkeit zur Bedienung der Pumpe
Kann ungeeignet sein
- Aktive Infektion (Harnwege, Haut oder systemisch) — bis zur Behandlung der Infektion wird nicht operiert
- Unkontrollierter Diabetes — erhöht das Infektionsrisiko; zunächst wird der Blutzucker eingestellt
- Patienten, die die einfacheren Behandlungsstufen noch nicht versucht haben
- Patienten mit unrealistischen Erwartungen — ein Implantat schafft weder Länge noch mehr Empfindung
- Überwiegend psychisch bedingte Erektionsstörungen — Vorrang haben Beratung und medikamentöse Therapie
Eingesetzte Technologie
- Schwellkörperaufdehnung mittels Aquadissektion (flüssigkeitsgestützte Dissektion)
- Dreiteilige aufblasbare Prothese (Zylinder + Pumpe im Hodensack + Reservoir)
- Biegsames (malleables) Implantat
- Antibiotisch beschichtete bzw. imprägnierte Implantate zur Senkung des Infektionsrisikos
- Striktes Sterilitätsprotokoll und No-Touch-Implantationstechnik
Erfahrung des Chirurgen
Überprüfbare Informationen
- Erfahrung des Chirurgen
- Assoc. Prof. Dr. Müslüm Ergün121270
Ablauf Schritt für Schritt
- Aus der Ferne
Vertrauliche Vorabbeurteilung
Dauer der Beschwerden, bereits versuchte Therapien, Diabetes- und Herz-Kreislauf-Status, frühere Operationen und Ihre Medikation werden vertraulich beurteilt.
- Tag 1
Untersuchung und Erwartungsgespräch
Persönliche Untersuchung, erforderliche Befunde und Wahl des Implantattyps. In diesem Gespräch wird ausführlich besprochen, was das Implantat leistet — und was nicht.
- Tag 2
Operation
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose oder Spinalanästhesie und dauert meist 60–90 Minuten. Der Schnitt wird am Hodensack oder an der Peniswurzel gesetzt. Zur Aufdehnung der Schwellkörper wird in ausgewählten, geeigneten Fällen die Aquadissektionstechnik verwendet.
- Tag 3
Katheterentfernung und Entlassung
Der Katheter wird meist am Folgetag entfernt. Verbandpflege und Medikationsplan werden erklärt, die Entlassung wird geplant.
- Tag 7–10
Kontrolle und Rückreise
Wundkontrolle, Beurteilung der Nähte und Freigabe für den Rückflug. Das Implantat wird in dieser Phase NOCH NICHT BENUTZT.
- Woche 4–6
Aktivierung des Implantats und Einweisung
Nach Abklingen der Schwellung wird das Implantat aktiviert und seine Bedienung Schritt für Schritt erklärt. Diese Einweisung kann bei Bedarf auch online erfolgen.
Methodenvergleich
| Kriterium | Dreiteilig aufblasbar | Biegsam (malleabel) |
|---|---|---|
| Natürlichkeit | Natürlicher, da auf- und entleerbar | Der Penis bleibt dauerhaft halbsteif |
| Bedienung | Über die Pumpe im Hodensack; Handgeschicklichkeit nötig | Wird von Hand in Position gebogen |
| Verbergen unter der Kleidung | Hoch | Geringer |
| Teilezahl und mechanisches Versagen | Mehr Teile; langfristig Revision möglich | Weniger Teile; mechanisch robuster |
| Komplexität der Operation | Komplexer | Einfacher |
| Für wen geeignet | Patienten mit Priorität auf Natürlichkeit und ausreichender Geschicklichkeit | Patienten mit eingeschränkter Geschicklichkeit oder Wunsch nach Einfachheit |
Beide Implantate bieten eine dauerhafte Lösung. Die Wahl erfolgt nach Abwägung von Geschicklichkeit, Erwartungen, Begleiterkrankungen und Kosten.
Risiken
- Infektion — die wichtigste Komplikation der Implantatchirurgie; tritt sie auf, muss das Implantat unter Umständen entfernt werden. Diabetes und Rauchen erhöhen das Risiko.
- Mechanisches Versagen — vor allem bei mehrteiligen Implantaten langfristig möglich; kann eine Revisionsoperation erfordern
- Druck auf die Haut oder Erosion des Implantats (selten)
- Verminderte Empfindung an der Eichel
- Das GEFÜHL, der Penis sei kürzer geworden — ein Implantat verlängert nicht; deshalb ist das Erwartungsgespräch vorab so wichtig
- Blutung, Hämatom und Wundheilungsstörungen
- Allgemeine chirurgische Risiken der Narkose
Alternativen
- PDE5-Hemmer (orale Medikation)
- Schwellkörper-Autoinjektionstherapie
- Vakuum-Erektionshilfe
- Niedrigintensive Stoßwellentherapie (Li-ESWT) — die Evidenzlage ist noch begrenzt; bei ausgewählten Patienten erwägbar
- Psychosexuelle Beratung — insbesondere bei psychischer Komponente
Genesung
Woche 1
Schwellung, Blutergüsse und Schmerzen sind zu erwarten; Schmerzmittel und Antibiotika werden nach Plan eingenommen. Das Implantat wird in dieser Zeit nicht benutzt. Lange Spaziergänge und schweres Heben werden vermieden.
Woche 2–3
Die Schwellung geht deutlich zurück. Die Rückkehr zur Bürotätigkeit ist meist möglich. Die Wundpflege wird fortgesetzt.
Woche 4–6
Das Implantat wird aktiviert und die Bedienung eingeübt. Die ersten Anwendungen erfolgen unter ärztlicher Anleitung.
Ab Woche 6
Mit ärztlicher Freigabe beginnt die sexuelle Aktivität. Sich in den ersten Wochen an das Implantat zu gewöhnen, kann Zeit brauchen; das ist normal.
Monat 3
Kontrolluntersuchung; Funktion des Implantats und Zufriedenheit werden beurteilt. Danach wird eine jährliche Nachsorge empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Ist nach einem Implantat eine natürliche Erektion möglich?
Die Steifigkeit liefert in jedem Fall die Prothese; eine ohne Implantat für den Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion sollten Sie nicht erwarten. Bei der klassischen seriellen Dilatation wird das Erektionsgewebe erheblich geschädigt, sodass auch die spontane Tumeszenz weitgehend verloren geht. Bei gewebeschonenden Verfahren werden Gewebe und Arterie so weit wie möglich erhalten; eine Metaanalyse von 2026 berichtete, dass eine Teiltumeszenz (Resttumeszenz) bei diesen Patienten deutlich häufiger erhalten bleibt als beim klassischen Vorgehen. Dennoch bleibt die Entscheidung dauerhaft: Ist das Implantat eingesetzt, gibt es kein Zurück.
Was ist Aquadissektion und welchen Unterschied macht sie für mich?
Vor dem Einsetzen des Implantats wird das Innere des Schwellkörpergewebes aufgedehnt. Klassisch geschieht das mechanisch mit Metalldilatatoren; bei der Aquadissektion werden die Gewebeschichten durch unter Druck eingebrachte Flüssigkeit getrennt. Dies ist eine Anwendung von Verfahren, die auf den Erhalt des Schwellkörpergewebes zielen. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von 2026 berichtete, dass mit gewebeschonenden Techniken der Erhalt der Schwellkörperarterie und eine postoperative Teiltumeszenz häufiger auftraten als bei klassischer Dilatation, bei vergleichbaren Komplikationsraten; diese Evidenz stützt sich auf 4 randomisierte Studien und 193 Patienten. Besonders sinnvoll kann die Technik sein, wenn das Gewebe verhärtet und verengt (fibrotisch) ist. Ob sie in Ihrem Fall geeignet ist, wird nach Untersuchung und Bildgebung beurteilt.
Sind Ejakulation und Orgasmus betroffen?
Nein. Das Implantat erzeugt nur die Steifigkeit; Ejakulation und Orgasmus laufen über andere Mechanismen und bleiben in der Regel erhalten. Wenn Sie zuvor an der Prostata operiert wurden, hängt die Situation der Ejakulation von jener Operation ab, nicht vom Implantat.
Sieht man es von außen?
Eine dreiteilige aufblasbare Prothese fällt unter der Kleidung nicht auf, da der Penis im Ruhezustand weich bleibt. Beim biegsamen Implantat ist der Penis dauerhaft halbsteif und daher etwas schwerer zu verbergen; das gehört zu den Punkten, die bei der Typwahl besprochen werden.
Wie hoch ist das Infektionsrisiko und wie wird es gesenkt?
Die Infektion ist die wichtigste Komplikation der Implantatchirurgie und erfordert im Fall des Falles meist die Entfernung des Implantats. Zur Risikosenkung werden antibiotisch beschichtete Implantate, ein striktes Sterilitätsprotokoll und die No-Touch-Technik eingesetzt. Die Einstellung des Blutzuckers vor der Operation und der Rauchstopp sind die beiden wichtigsten risikosenkenden Faktoren.
Wie lange hält ein Implantat?
Implantate sind für viele Jahre ausgelegt; da es sich jedoch um ein mechanisches Gerät handelt, besteht mit der Zeit die Möglichkeit eines Defekts, der eine Revisionsoperation erforderlich machen kann. Herstellergarantie und Nachsorgebedingungen werden Ihnen vor der Operation erläutert.
Wird mein Penis kürzer?
Ein Implantat verlängert den Penis nicht. Manche Patienten haben nach der Operation das Gefühl, er sei kürzer geworden; meist liegt das daran, dass die volle Längenzunahme einer natürlichen Erektion durch die Steifigkeit des Implantats ersetzt wird. Diese Erwartung wird stets vorab besprochen.
Wann kann ich Geschlechtsverkehr haben?
Das Implantat wird meist nach 4–6 Wochen aktiviert und die Bedienung eingeübt; die sexuelle Aktivität beginnt danach mit ärztlicher Freigabe. Eine zu frühe Nutzung kann die Wundheilung beeinträchtigen.
Wird der Ablauf vertraulich behandelt?
Ja. Bei andrologischen Anfragen werden alle Gespräche und die Koordination nach dem Grundsatz der Vertraulichkeit geführt. Die von Ihnen geteilten Informationen werden ausschließlich zur Beurteilung verarbeitet. Auf Wunsch können Sie über die kostenpflichtige Online-Beratung sprechen, ohne in die Klinik zu kommen.
Muss ich zuerst die einfacheren Behandlungen versuchen?
Ja, in der Regel. Das Implantat ist die letzte Stufe der Stufentherapie. Eine Prothese wird nicht empfohlen, bevor Medikamente, Injektion oder Vakuumpumpe versucht wurden — denn diese Optionen sind umkehrbar, das Implantat ist es nicht.
Beiträge zu diesem Thema
Wissenschaftliche Quellen
- EAU Guidelines on Sexual and Reproductive Health — Europäische Gesellschaft für Urologie
- Mohamed H, Abdelshafi A, Ahmed A, Deameh MG, Mohamed T, Ramez M, Raheem O. Impact of cavernous tissue-sparing techniques on postoperative outcomes in penile prosthesis surgery: a systematic review and meta-analysis. The Journal of Sexual Medicine, 2026;23(2):qdag006.
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